Fresken
Zu den ältesten Zeugnissen aus der Vergangenheit der Stephanuskirche zählen die Wandmalereien im Chorraum und an Nord- und Südwand des Langhauses. Sie wurden im Zusammenhang mit den Renovierungsarbeiten der Jahre 1961-63 entdeckt.
Man unterscheidet eine ältere Bemalung aus dem 14. Jahrhundert (Ornamentbänder, Katharinafigur und die Geiselungsszenen an der Ostwand) von einer jüngeren aus dem 15. Jahrhundert. Kaum einer konnte zu dieser Zeit lesen und deutsche Bibelübersetzungen waren ohnehin kaum vorhanden, geschweige denn verbreitet. Deshalb predigten die Bilder den Menschen das Evangelium vom Leiden Christi bis zu seiner Erhöhung zum Weltenrichter. Diese schlichten Darstellungen prägten sich bei den Betrachtern ein und beeinflußten deren Leben und Glauben. Bemerkenswert ist der starke Bezug zum Geschick Jesu Christi, vor allem zu seinem Leiden. Auffallend ist jedoch das Fehlen einer Kreuzigungs- und Auferstehungsszene. Möglicherweise sind sie nicht mehr erhalten.
Die Malereien der drei Chorraumwände werden alle von einem Bogen umrahmt, an dem wir den Verlauf des Gewölbes nachvollziehen können, das 1764 abgebrochen wurde. Darunter ist eine umlaufende Sockelbemalung mit drapierten Tüchern und darüberliegendem Ornamentband mit Blumenmotiven angebracht. An der Ostwand entdecken wir noch einen zweiten Rahmenbogen mit floralen Ornamenten, der an der Südwand andeutungsweise ebenfalls vorhanden ist. Auf beiden Seiten des um 1600 eingebrochenen Bogenfensters an der Ostwand sehen wir Geiselungsszenen, links durch Knechte des Hohenpriesters - wie üblich mit Judenhut ausgestattet - und rechts die Dornenkrönung durch einen Knecht des römischen Prokurators Pilatus mit dämonenhafter Fratze. Beide Szenen sind in den jüngeren Malereien auch enthalten.
Was an der Stelle des Fensters zu sehen war, läßt sich nicht mehr rekonstruieren. Auf den erhaltenen Bildresten kann man eine Pflanze, ein Fisch, vielleicht die Andeutung eines Heiligenscheins und andere rätselhafte Gebilde erkennen, aufgrund derer Motive aus der Schöpfungsgeschichte vermutet wurden. Jedoch ist diese Vermutung sehr spekulativ und im Zusammenhang mit dem christologischen Bildprogramm kaum nachzuvollziehen. Über dem inneren Bogen finden wir eine Anbetungsszene. Im linken Teil kann man eine Figur mit Reisigbündel und ein stallartiges Gebäude erkennen, sowie die Umrisse eines Esels. Der rechte Teil zeigt eine Menschengruppe, angeführt von einer stattlichen Figur, deren Haupt eine Krone trägt. In der kaum erhaltenen Mitte des Bildes erkennen wir eine Kiste mit Münzen oder Goldstücken, die von Erwachsenenhänden gereicht wird. Kindliche Beine und Arme greifen nach dem Inhalt. Es liegt nahe, in dieser Darstellung die Geschichte von der Anbetung und Beschenkung des neugeborenen Jesus durch die "Könige" aus dem Osten im Stall von Bethlehem zu erkennen (Matthäus 2,1-11). Möglicherweise zeigt die Szene aber auch die Stiftung der Kirche oder Pfarrei. Wahrscheinlich sind beide Bedeutungsebenen vorhanden und die biblische Figur ist in der Gestalt des Stifters dargestellt. Mit der Anbetungsszene korrespondieren zwei Darstellungen von "Christuszeugen", die mit ihrem Leben bezahlten, im ehemaligen Gewölbebogen der Nord- bzw. Südwand. Im Norden sehen wir das Gastmahl des Herodes, bei dem Johannes der Täufer, der vorlaufende Zeuge, enthauptet wurde (Matthäus 14,1-12). Der Kopf des Täufers wird auf einem Tablett gereicht. Im Süden ist die Steinigung des Stephanus (Apostelgeschichte 6 und 7), des nachfolgenden Zeugen, aufgemalt. Nach ihm ist die Kirche benannt. Ein nachträglich eingefügtes Rundfester hat Teile des Wandgemäldes zerstört. Stephanus - in der rechten Bildhälfte - ist halb verdeckt durch einen Steinhaufen, seine Gegner tragen Judenhüte.
In der Leibung des südlichen Chorfensters finden wir die sehr schöne Darstellung der heiligen Katharina, einer Königstochter aus Zypern. Nach ihrem Übertritt zum christlichen Glauben wurde sie Anfang des 4. Jahrhunderts in Alexandria gerädert und nach der wunderbaren Zerstörung des Marterrades enthauptet. Die gebildete jungfräuliche Märtyrerin ist mit den üblichen Attributen Krone, Rad und Schwert dargestellt und in gotischem Faltenwurf gemalt. Bemerkenswert sind auch die beiden musizierenden Engel - mit Laute und Fidel vor einem Sternenhimmel.
Im Chorraum finden wir außerdem Abbildungen der zwölf Apostel, denen Spruchbänder mit verschiedenen Artikeln aus dem apostolischen Glaubensbekenntnis zugeordnet sind, dessen Entstehung legendarisch auf die zwölf Apostel zurückgeht. Jedoch ist die Zuordnung und Auswahl der Apostel häufig sehr willkürlich. Das Credo ist in gotischer Frakturschrift und - für die vorreformatorische Zeit ungewöhnlich - in deutscher Übertragung angeschrieben. Die Apostel sind teilweise mit Namen versehen, teilweise mit ihren typischen Attributen, und mit Einschränkung mit dem für sie typischen Credoteil.
An erster Stelle sehen wir auf der Sakristeiseite den Apostel Petrus mit dem Schlüssel, dann folgt Andreas. Das Ende des Andreaskreuzes ist noch zu erkennen. Auf dem freien Feld war wohl Johannes dargestellt, gefolgt vom Zebedaiden Jakobus mit dem für ihn selteneren Attribut des Schwerts. Nach dem freien Feld, das früher möglicherweise Matthäus ausfüllte, beschließt Jakobus Alphäus mit der Keule diese Reihe. Am inneren Bogen der Ostwand sehen wir links Philippus und rechts Bartholomäus mit einer Schriftrolle, an der Südwand Thomas mit Lanze und einen Apostel am Bogenende, der die Zwölfapostelreihe mit dem letzen Credosatz abschließt - wahrscheinlich der hinzugewählte Matthias. Den selten bartlos abgebildeten Apostel Judas Thaddäus mit Buch sehen wir in der rechten Fensterleibung. Wahrscheinlich stand links von ihm - wie in vielen Darstellungen - der Apostel Simon Zelotes.
In der Fensterleibung des Ostfensters entdecken wir zwei Männer mit Mitra und Stab - in der Regel Würdezeichen eines Bischofs, die nicht näher zu identifizieren sind. An den Langhauswänden sehen wir Szenen aus der Leidensgeschichte Jesu. Die Folge beginnt an der Nordseite hinten und endet an der hinteren Südseite. 1. Christus betet in Getsemane am Ölberg und bittet Gott, der Kelch des Leidens möge an ihm vorübergehen. Auf dem Ölberg erkennen wir einen Kelch, im Hintergrund die schlafenden Jünger. 2. Die Gefangennahme Jesu im Garten Getsemane. Die Soldaten weichen zurück und fallen zu Boden, nachdem Jesus sich zu erkennen gibt (Joh 18,6). 3. Das Verhör vor Pilatus. Die Szene zeigt Pilatus im Zwiespalt. Während die Magd seiner Frau ihn warnt (Mt 27,19), drängen ihn die Juden zum Urteil. 4. Die Dornenkrönung Christi. 5. Nicht identifizierter Bildrest. 6. Eventuell Bitte der Juden an Pilatus um Freigabe des Barrabas (Markus 15,8-11). 7. Nicht identifizierter Bildrest. 8. Christus thront zum jüngsten Gericht auf einem doppelten Regenbogen. Zwei Engel blasen die Posaune des Gerichts und unter dem zweiten Regenbogen erblickt man die Auferweckung der Toten zum Gericht. Aus Christi Mund ragt nach links das Schwert des Gerichts. Ein Teufel führt die Verdammten in den Höllenrachen - das Maul eines Untiers. Nach rechts ragt aus dem Munde Christi eine Lilie des Friedens, unter der die Seligen ins Reich der Freude eingehen.
Man unterscheidet eine ältere Bemalung aus dem 14. Jahrhundert (Ornamentbänder, Katharinafigur und die Geiselungsszenen an der Ostwand) von einer jüngeren aus dem 15. Jahrhundert. Kaum einer konnte zu dieser Zeit lesen und deutsche Bibelübersetzungen waren ohnehin kaum vorhanden, geschweige denn verbreitet. Deshalb predigten die Bilder den Menschen das Evangelium vom Leiden Christi bis zu seiner Erhöhung zum Weltenrichter. Diese schlichten Darstellungen prägten sich bei den Betrachtern ein und beeinflußten deren Leben und Glauben. Bemerkenswert ist der starke Bezug zum Geschick Jesu Christi, vor allem zu seinem Leiden. Auffallend ist jedoch das Fehlen einer Kreuzigungs- und Auferstehungsszene. Möglicherweise sind sie nicht mehr erhalten.
Die Malereien der drei Chorraumwände werden alle von einem Bogen umrahmt, an dem wir den Verlauf des Gewölbes nachvollziehen können, das 1764 abgebrochen wurde. Darunter ist eine umlaufende Sockelbemalung mit drapierten Tüchern und darüberliegendem Ornamentband mit Blumenmotiven angebracht. An der Ostwand entdecken wir noch einen zweiten Rahmenbogen mit floralen Ornamenten, der an der Südwand andeutungsweise ebenfalls vorhanden ist. Auf beiden Seiten des um 1600 eingebrochenen Bogenfensters an der Ostwand sehen wir Geiselungsszenen, links durch Knechte des Hohenpriesters - wie üblich mit Judenhut ausgestattet - und rechts die Dornenkrönung durch einen Knecht des römischen Prokurators Pilatus mit dämonenhafter Fratze. Beide Szenen sind in den jüngeren Malereien auch enthalten. Was an der Stelle des Fensters zu sehen war, läßt sich nicht mehr rekonstruieren. Auf den erhaltenen Bildresten kann man eine Pflanze, ein Fisch, vielleicht die Andeutung eines Heiligenscheins und andere rätselhafte Gebilde erkennen, aufgrund derer Motive aus der Schöpfungsgeschichte vermutet wurden. Jedoch ist diese Vermutung sehr spekulativ und im Zusammenhang mit dem christologischen Bildprogramm kaum nachzuvollziehen. Über dem inneren Bogen finden wir eine Anbetungsszene. Im linken Teil kann man eine Figur mit Reisigbündel und ein stallartiges Gebäude erkennen, sowie die Umrisse eines Esels. Der rechte Teil zeigt eine Menschengruppe, angeführt von einer stattlichen Figur, deren Haupt eine Krone trägt. In der kaum erhaltenen Mitte des Bildes erkennen wir eine Kiste mit Münzen oder Goldstücken, die von Erwachsenenhänden gereicht wird. Kindliche Beine und Arme greifen nach dem Inhalt. Es liegt nahe, in dieser Darstellung die Geschichte von der Anbetung und Beschenkung des neugeborenen Jesus durch die "Könige" aus dem Osten im Stall von Bethlehem zu erkennen (Matthäus 2,1-11). Möglicherweise zeigt die Szene aber auch die Stiftung der Kirche oder Pfarrei. Wahrscheinlich sind beide Bedeutungsebenen vorhanden und die biblische Figur ist in der Gestalt des Stifters dargestellt. Mit der Anbetungsszene korrespondieren zwei Darstellungen von "Christuszeugen", die mit ihrem Leben bezahlten, im ehemaligen Gewölbebogen der Nord- bzw. Südwand. Im Norden sehen wir das Gastmahl des Herodes, bei dem Johannes der Täufer, der vorlaufende Zeuge, enthauptet wurde (Matthäus 14,1-12). Der Kopf des Täufers wird auf einem Tablett gereicht. Im Süden ist die Steinigung des Stephanus (Apostelgeschichte 6 und 7), des nachfolgenden Zeugen, aufgemalt. Nach ihm ist die Kirche benannt. Ein nachträglich eingefügtes Rundfester hat Teile des Wandgemäldes zerstört. Stephanus - in der rechten Bildhälfte - ist halb verdeckt durch einen Steinhaufen, seine Gegner tragen Judenhüte.
In der Leibung des südlichen Chorfensters finden wir die sehr schöne Darstellung der heiligen Katharina, einer Königstochter aus Zypern. Nach ihrem Übertritt zum christlichen Glauben wurde sie Anfang des 4. Jahrhunderts in Alexandria gerädert und nach der wunderbaren Zerstörung des Marterrades enthauptet. Die gebildete jungfräuliche Märtyrerin ist mit den üblichen Attributen Krone, Rad und Schwert dargestellt und in gotischem Faltenwurf gemalt. Bemerkenswert sind auch die beiden musizierenden Engel - mit Laute und Fidel vor einem Sternenhimmel.
Im Chorraum finden wir außerdem Abbildungen der zwölf Apostel, denen Spruchbänder mit verschiedenen Artikeln aus dem apostolischen Glaubensbekenntnis zugeordnet sind, dessen Entstehung legendarisch auf die zwölf Apostel zurückgeht. Jedoch ist die Zuordnung und Auswahl der Apostel häufig sehr willkürlich. Das Credo ist in gotischer Frakturschrift und - für die vorreformatorische Zeit ungewöhnlich - in deutscher Übertragung angeschrieben. Die Apostel sind teilweise mit Namen versehen, teilweise mit ihren typischen Attributen, und mit Einschränkung mit dem für sie typischen Credoteil.
An erster Stelle sehen wir auf der Sakristeiseite den Apostel Petrus mit dem Schlüssel, dann folgt Andreas. Das Ende des Andreaskreuzes ist noch zu erkennen. Auf dem freien Feld war wohl Johannes dargestellt, gefolgt vom Zebedaiden Jakobus mit dem für ihn selteneren Attribut des Schwerts. Nach dem freien Feld, das früher möglicherweise Matthäus ausfüllte, beschließt Jakobus Alphäus mit der Keule diese Reihe. Am inneren Bogen der Ostwand sehen wir links Philippus und rechts Bartholomäus mit einer Schriftrolle, an der Südwand Thomas mit Lanze und einen Apostel am Bogenende, der die Zwölfapostelreihe mit dem letzen Credosatz abschließt - wahrscheinlich der hinzugewählte Matthias. Den selten bartlos abgebildeten Apostel Judas Thaddäus mit Buch sehen wir in der rechten Fensterleibung. Wahrscheinlich stand links von ihm - wie in vielen Darstellungen - der Apostel Simon Zelotes.
In der Fensterleibung des Ostfensters entdecken wir zwei Männer mit Mitra und Stab - in der Regel Würdezeichen eines Bischofs, die nicht näher zu identifizieren sind. An den Langhauswänden sehen wir Szenen aus der Leidensgeschichte Jesu. Die Folge beginnt an der Nordseite hinten und endet an der hinteren Südseite. 1. Christus betet in Getsemane am Ölberg und bittet Gott, der Kelch des Leidens möge an ihm vorübergehen. Auf dem Ölberg erkennen wir einen Kelch, im Hintergrund die schlafenden Jünger. 2. Die Gefangennahme Jesu im Garten Getsemane. Die Soldaten weichen zurück und fallen zu Boden, nachdem Jesus sich zu erkennen gibt (Joh 18,6). 3. Das Verhör vor Pilatus. Die Szene zeigt Pilatus im Zwiespalt. Während die Magd seiner Frau ihn warnt (Mt 27,19), drängen ihn die Juden zum Urteil. 4. Die Dornenkrönung Christi. 5. Nicht identifizierter Bildrest. 6. Eventuell Bitte der Juden an Pilatus um Freigabe des Barrabas (Markus 15,8-11). 7. Nicht identifizierter Bildrest. 8. Christus thront zum jüngsten Gericht auf einem doppelten Regenbogen. Zwei Engel blasen die Posaune des Gerichts und unter dem zweiten Regenbogen erblickt man die Auferweckung der Toten zum Gericht. Aus Christi Mund ragt nach links das Schwert des Gerichts. Ein Teufel führt die Verdammten in den Höllenrachen - das Maul eines Untiers. Nach rechts ragt aus dem Munde Christi eine Lilie des Friedens, unter der die Seligen ins Reich der Freude eingehen. 
